Ob im Einzelhandel, im Onlineshop oder bei einer Dienstleistung – sobald eine Zahlung erfolgt ist, muss sie korrekt dokumentiert werden. Eine Quittung beweist, dass ein Betrag gezahlt wurde, und schützt sowohl dich als auch deine Kund:innen vor Missverständnissen. Doch wie erstellst du eine Quittung richtig, welche Pflichtangaben darfst du nicht vergessen und wann reicht sie sogar als Rechnungsersatz aus?
In diesem Praxisleitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine Quittung erstellst – digital oder auf Papier – und wie du deine Prozesse effizient automatisieren kannst.
Was ist eine Quittung?
Eine Quittung ist eine schriftliche Bestätigung darüber, dass eine Zahlung empfangen wurde. Sie dient als Zahlungsnachweis und enthält Angaben wie Betrag, Zahlungsdatum, Empfänger, Aussteller und Unterschrift.
Warum sind Quittungen wichtig?
Eine Quittung erfüllt sowohl für Käufer:innen als auch für Unternehmen mehrere zentrale Funktionen und ist aus mehreren Gründen wichtig.
- Zahlungsnachweis und Schuldbefreiung: Die wichtigste Funktion einer Quittung ist der offizielle Zahlungsnachweis. Besonders bei Bargeschäften ersetzt sie den Kontoauszug und bestätigt, dass eine Forderung vollständig beglichen wurde. Für Käufer:innen dient sie als Beleg dafür, dass keine offene Zahlung mehr besteht.
- Rechtlicher Anspruch: Kund:innen haben bei einer Zahlung grundsätzlich das Recht, eine Quittung zu verlangen. Sie dient als formale Bestätigung über den Erhalt des Geldes und schafft Rechtssicherheit für beide Seiten.
- Grundlage für Buchhaltung und Steuern: Für Unternehmen ist die Quittung ein wichtiger Buchungsbeleg. Sie dokumentiert Einnahmen und bildet die Basis für Gewinnermittlung und Steuererklärung. Enthält die Quittung alle erforderlichen Angaben, kann sie außerdem als Nachweis für den Vorsteuerabzug dienen. Gegenüber dem Finanzamt haben ordnungsgemäße Quittungen daher einen hohen Stellenwert.
- Unterstützung bei Rückgaben und Umtausch: Im Einzelhandel erleichtert eine Quittung die Abwicklung von Rückgaben oder Umtausch. Sie belegt Kaufdatum, Produkt und Zahlungsbetrag – und sorgt so für transparente und kundenfreundliche Prozesse.
- Analyse- und Controlling-Instrument: Quittungen liefern wertvolle Daten für Unternehmen, wie zum Beispiel eine Nachverfolgung von Verkaufszahlen, die Warenkorbgröße oder besonders gefragte Produkte. Darauf aufbauend kannst du deine Marketingmaßnahmen optimieren und besser auf deine Zielgruppe abstimmen.
In Kombination mit einem digitalen POS-System werden diese Informationen automatisch ausgewertet und helfen dabei, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen.
Pflichtangaben einer Quittung
Damit eine Quittung rechtsgültig ist und vom Finanzamt anerkannt wird, muss sie bestimmte Mindestangaben enthalten. Zwar sind die Anforderungen geringer als bei einer Rechnung, dennoch darf keine wesentliche Angabe fehlen – sonst verliert die Quittung ihre steuerliche Wirksamkeit.
Im Folgenden findest du alle Pflichtangaben im Überblick.
- Bezeichnung als „Quittung“: Das Dokument muss eindeutig als Quittung gekennzeichnet sein, um Verwechslungen mit einer Rechnung oder einem Lieferschein zu vermeiden.
- Name und Anschrift des Zahlungsempfängers: Also dein Unternehmensname inklusive Geschäftsadresse.
- Name des Quittungsempfängers: Bei geschäftlichen Vorgängen sollte auch der Name des Kunden oder der Kundin aufgeführt werden.
- Ausstellungsdatum und -ort: Das Datum dokumentiert den Zeitpunkt des Zahlungseingangs.
- Beschreibung der Ware oder Dienstleistung: Art und Menge der erbrachten Leistung oder gelieferten Ware müssen klar erkennbar sein (inkl. SKU oder Artikelnummer, falls vorhanden).
- Zahlungsgrund (Quittungsgrund)
- Betrag netto
- Steuerbetrag und Steuersatz (7 % oder 19 %)
- Betrag brutto in Zahlen und Worten
- Vermerk über den Zahlungseingang: Zum Beispiel: „Betrag dankend erhalten“.
- Unterschrift des Zahlungsempfängers: Sie bestätigt offiziell den Erhalt des Geldes.
Empfohlene Zusatzangaben auf Quittungen
Diese Angaben sind nicht zwingend vorgeschrieben, erhöhen jedoch die Nachvollziehbarkeit:
- Fortlaufende Belegnummer
- Uhrzeit des Kaufs
- Zahlungsmethode (bar, EC, Kreditkarte etc.)
- Kontaktdaten (Telefon, E-Mail)
- Rückgabebedingungen
- Name der bedienenden Mitarbeitenden
Digitale Quittungssysteme oder POS-Lösungen führen viele dieser Angaben automatisch und erleichtern die spätere Zuordnung in der Buchhaltung.
Pflichtangaben bei digitalen Quittungen
Die genannten Pflichtangaben gelten auch für digitale Quittungen.
Wichtig ist, dass:
- alle erforderlichen Angaben vollständig enthalten sind
- Kreditkarteninformationen gekürzt werden
- keine sensiblen Zahlungsdaten offengelegt werden
Moderne Kassensysteme sorgen automatisch für eine fortlaufende Nummerierung und erleichtern die Archivierung.
Rechnung vs. Quittung vs. Kassenbon: die Unterschiede
Im Geschäftsalltag werden die Begriffe Rechnung, Quittung und Kassenbon häufig synonym verwendet. Tatsächlich erfüllen diese Dokumente jedoch unterschiedliche Funktionen. Wer den Unterschied kennt, vermeidet steuerliche Fehler und sorgt für klare Buchhaltungsprozesse.
Was ist eine Rechnung?
Eine Rechnung ist eine Zahlungsaufforderung. Sie wird ausgestellt, um eine Forderung gegenüber einem Schuldner geltend zu machen – also bevor oder nachdem eine Leistung erbracht wurde.
Eine ordnungsgemäße Rechnung muss deutlich mehr Angaben enthalten als eine Quittung. Dazu gehören unter anderem:
- Vollständiger Name und Anschrift von Leistungserbringer und Leistungsempfänger
- Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
- Eindeutige Rechnungsnummer
- Ausstellungsdatum
- Leistungsbeschreibung
- Leistungsdatum
- Netto-, Umsatzsteuer- und Bruttobetrag
- Angewandter Steuersatz
Wichtig: Eine Rechnung bestätigt nicht, dass die Zahlung bereits erfolgt ist.
Auch digital gilt: Eine E-Rechnung ist eine elektronische Zahlungsaufforderung – keine Zahlungsbestätigung.
Was ist eine Quittung?
Eine Quittung ist eine Zahlungsbestätigung. Sie wird nach dem Zahlungseingang ausgestellt und bescheinigt, dass ein bestimmter Betrag beglichen wurde.
Sie ist besonders relevant bei Barzahlungen, da hier kein Kontoauszug als Nachweis dient.
Typische Angaben einer Quittung:
- Betrag
- Zahlungsdatum
- Zahlungsgrund
- Name des Empfängers
- Unterschrift
Wichtig: Eine E-Quittung ist keine E-Rechnung. Sie bestätigt lediglich den Zahlungseingang.
Wann kann eine Quittung eine Rechnung ersetzen?
Grundsätzlich ist eine Quittung kein offizieller Rechnungsersatz.
Sie kann jedoch eine Rechnung ersetzen, wenn sie alle Pflichtangaben einer ordnungsgemäßen Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG enthält. Nur dann wird sie steuerlich wie eine Rechnung behandelt.
Fehlen diese Angaben, ist die Quittung kein gültiger Rechnungsersatz – insbesondere nicht für den Vorsteuerabzug.
Kleinstbeträge bis 250 Euro
Für sogenannte Kleinstbetragsrechnungen bis 250 Euro gelten vereinfachte Anforderungen. Hier sind weniger Pflichtangaben erforderlich. In solchen Fällen ist häufig eine ordnungsgemäß ausgestellte Quittung ausreichend, sofern sie die notwendigen Mindestangaben enthält.
Was ist eine quittierte Rechnung?
Eine Rechnung kann zur Quittung werden, wenn der Zahlungseingang direkt auf der Rechnung bestätigt wird – etwa durch:
- Vermerk „Betrag erhalten“
- Zahlungsdatum
- Unterschrift
Man spricht dann von einer quittierten Rechnung. Sie erfüllt sowohl die Funktion der Zahlungsaufforderung als auch die der Zahlungsbestätigung.
Was ist ein Kassenbon?
Ein Kassenbon (Kassenzettel) wird automatisch von einem Kassensystem erstellt und dokumentiert einen Kaufvorgang.
Er enthält typischerweise:
- Kaufdatum
- Artikel und Preise
- Steuerangaben
- Gesamtbetrag
Im Einzelhandel ersetzt der Kassenbon häufig die klassische Barquittung. Rechtlich ist er jedoch nicht automatisch mit einer formalen Quittung gleichzusetzen – insbesondere dann nicht, wenn bestimmte Pflichtangaben fehlen.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
|
Merkmal |
Rechnung |
Quittung |
Kassenbon |
|---|---|---|---|
|
Zweck |
Zahlungsaufforderung |
Zahlungsbestätigung |
Kaufnachweis |
|
Zeitpunkt |
Vor oder nach Leistung |
Nach Zahlungseingang |
Direkt beim Kauf |
|
Bestätigt Zahlung? |
Nein |
Ja |
In der Praxis ja |
|
Pflichtangaben |
Umfangreich (§ 14 UStG) |
Weniger umfangreich |
Systemabhängig |
|
Kann Vorsteuerabzug ermöglichen? |
Ja |
Nur wenn alle Pflichtangaben enthalten sind |
Nur bei vollständigen Angaben |
|
Typischer Einsatz |
Dienstleistungen, B2B |
Barzahlungen |
Einzelhandel |
Die unterschiedlichen Arten von Quittungen und Sonderformen
Nicht jede Quittung sieht gleich aus oder erfüllt denselben Zweck. Je nach Situation – ob Barzahlung im Einzelhandel, Spende an eine gemeinnützige Organisation oder Mietzahlung – kommen unterschiedliche Arten von Quittungen zum Einsatz. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Quittungsarten es gibt und wofür sie verwendet werden.
Überblick über verschiedene Quittungsarten
|
Art der Quittung |
Einsatzbereich |
Funktion / Zweck |
|---|---|---|
|
Barquittung |
Einzelhandel, Dienstleistungen |
Bestätigt eine Barzahlung. Enthält Betrag, Datum, Zahlungsgrund, Empfänger und Unterschrift. |
|
Ausgleichsquittung |
Arbeitsverhältnis |
Bestätigt beim Ausscheiden von Mitarbeitenden den Erhalt von Arbeitspapieren oder die Begleichung aller gegenseitigen Ansprüche. |
|
Bankquittung |
Bankgeschäfte |
Wird von Banken ausgestellt und dokumentiert die Auszahlung von Geldbeträgen; dient als offizielles Beweismittel. |
|
Spendenquittung |
Gemeinnützige Organisationen |
Bestätigt eine Spende und ermöglicht die steuerliche Geltendmachung beim Finanzamt. |
|
Löschungsbewilligung („löschungsfähige Quittung“) |
Immobilienbereich |
Bestätigt die vollständige Begleichung einer Schuld, damit eine Grundschuld oder Hypothek gelöscht werden kann. |
|
Reisequittung |
Dienst- und Geschäftsreisen |
Dokumentiert Ausgaben wie Fahrt-, Hotel- oder Verpflegungskosten zur späteren Abrechnung. |
|
Mietquittung |
Mietverhältnisse |
Belegt Mietzahlungen, insbesondere bei Barzahlungen. |
|
Quittung für Warenlieferung |
Handel & Logistik |
Bestätigt den Erhalt gelieferter Waren und schützt vor späteren Reklamationen oder Streitfällen. |
Quittung für Kleinunternehmer:innen
Für Kleinunternehmer:innen gelten besondere steuerliche Vorgaben. Wer die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) in Anspruch nimmt, ist von der Umsatzsteuer befreit und darf daher keine Umsatzsteuer auf der Quittung ausweisen.
Das bedeutet konkret:
- Es darf kein Steuersatz angegeben werden.
- Es darf kein Umsatzsteuerbetrag ausgewiesen werden.
- Eine Trennung in Netto- und Bruttobetrag entfällt.
- Stattdessen reicht die Angabe des Gesamtbetrags.
Zusätzlich muss ein Hinweis auf die Steuerbefreiung ergänzt werden, zum Beispiel:
„Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
Wichtig: Wird dennoch Umsatzsteuer ausgewiesen, obwohl die Kleinunternehmerregelung angewendet wird, entsteht eine sogenannte Steuerschuld kraft Rechnungsstellung. Das bedeutet, dass die ausgewiesene Umsatzsteuer trotzdem an das Finanzamt abgeführt werden muss.
Achte daher darauf, entsprechende Felder für den Steuersatz in deiner Vorlage freizulassen oder deutlich zu streichen.
Wie erstelle ich eine digitale Quittung?
- Finde eine Standardvorlage für Quittungen
- Füge Verkaufsinformationen hinzu
- Gib die Quittung an deine Kund:innen weiter
1. Finde eine Standardvorlage für Quittungen
Egal, ob du eine kostenlose Online-Quittungsvorlage verwendest oder deine eigene Vorlage erstellst, das Hinzufügen von Unternehmensdetails zu deiner Quittungsvorlage kann dir später Zeit sparen. Ein Quittungsprogramm ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, schnell und unkompliziert eine Quittung zu erstellen. Außerdem kann es, wenn du viele SKUs hast, eine Zeitersparnis sein.
Verwende Software wie Microsoft Word, Microsoft Excel und Canva, um eine kostenlose Vorlage für Quittungen zu erhalten, die du jedes Mal anpassen kannst, wenn du Quittungen erstellst.
Wenn du Shopify-Händler:in bist, kannst du deine digitale Quittungsvorlage anpassen, indem du im Shopify-Adminbereich unter „Point of Sale“ den Reiter „Vertriebskanäle“ aufrufst. Klicke auf „Quittungsanpassung“ und nutze die Designfunktionen, um dein eigenes Logo hinzuzufügen, die Kopfzeile zu ändern und zusätzliche Bestellinformationen hinzuzufügen.
Passe deine Quittungs-Einstellungen in deinem Shopify-Adminbereich an.
2. Füge Verkaufsinformationen hinzu
Füge alle relevanten Verkaufsinformationen hinzu, wie z. B. die Gesamtsumme, die Anzahl der verkauften Artikel, die SKU und die Karteninformationen für Kredit- oder Debitverkäufe. Zu deinem eigenen Vorteil und für deine Aufzeichnungen ist es auch eine gute Idee, eine Quittungs- oder Rechnungsnummer hinzuzufügen, um den Verkauf nachverfolgen zu können. Shopify-POS kann diese Informationen automatisch hinzufügen.
3. Gib die Quittung an deine Kund:innen weiter
Du musst deinen Kund:innen eine Kopie übergeben, es sei denn, sie lehnen diese ab. Am besten sendest du die digitale Quittung per E-Mail oder SMS, was du direkt aus deinem Shopify-POS-System tun kannst.

Wie erstelle ich Papierbelege von meinem POS?
Jedes POS-Gerät hat leicht unterschiedliche Methoden zur Erstellung von Quittungen, aber die grundlegenden Schritte sind im Allgemeinen ähnlich. Für die Zwecke dieses Leitfadens verwenden wir die Shopify-POS-App, um die verschiedenen Schritte zur Erstellung von Papierquittungen im Geschäft zu veranschaulichen.
1. Finde einen Drucker für deine Quittungen
Der erste Schritt zur Erstellung einer Quittung, besteht darin, ein Drucksystem zu finden, das mit deinem POS kompatibel ist. Es gibt drei Hauptoptionen:
- Reguläres Papier und Tinte
- Kohlenpapier und Druck
- Thermopapier und Wärme
POS-Anbieter:innen bieten in der Regel Drucker an, die mit dem Kassensystem funktionieren, da es sehr frustrierend sein kann, selbst einen kompatiblen Drucker zu finden. Der Shopify-POS-Hardware-Shop bietet beispielsweise verschiedene Drucker mit unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten, die nahtlos mit Shopify-POS integriert werden können.
2. Verbinde den Drucker mit deinem POS
Shopify-POS ermöglicht es Shopify-Mitgliedern, benutzerdefinierte gedruckte Quittungen nahtlos zu erstellen. Nach einem Kauf kannst du Quittungen per SMS oder als digitale Quittungen per E-Mail teilen.
Verbinde zunächst deinen Drucker mit der Stromversorgung und stecke ihn ein. Je nach Art des gewählten Druckers kannst du ihn über LAN, WLAN oder Bluetooth mit deinem POS verbinden.
Öffne in der Shopify-POS-App „Startseite“, dann „Einstellungen“ und wähle „> Verbundene Hardware verwalten“. Wähle „Quittungsdrucker“ aus den Optionen und klicke durch die Eingabeaufforderungen, um deine Hardware zu verbinden. Tippe auf „Quittung testen“, um zu überprüfen, ob dein Drucker und POS erfolgreich gekoppelt wurden. Tippe dann auf „Fertig“. Dein Drucker sollte unter Quittungsdruckern aufgeführt sein.
Verbinde deinen Belegdrucker mit Shopify-POS.
3. Erstelle eine Kundenbestellung
Nachdem du dich bei Shopify-POS angemeldet hast, siehst du den Startbildschirm. Du kannst Produkte zu einer Kundenbestellung hinzufügen, indem du entweder nach ihnen suchst oder auf „Produkte“ unten tippst und aus einer Liste der Produkte wählst, die du dem System hinzugefügt hast.
Sobald du alle Artikel für die Kundenbestellung hinzugefügt hast, tippe auf „Kasse“. Wähle die Zahlungsmethode und folge den Anweisungen, um den Verkauf abzuschließen.
4. Generiere und sende deine Quittung
Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, siehst du einen Bildschirm mit der Aufschrift „Zahlung erfolgreich“. Dort hast du die Möglichkeit, die Quittung zu drucken, per SMS zu senden, per E-Mail zu versenden oder Kund:innen einen Geschenkgutschein anzubieten.
Wenn Käufer:innen im Geschäft eine digitale Quittung wünschen, ist dies eine gute Gelegenheit, Kundendaten wie ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer zu sammeln und ein Profil für sie in der Shopify-POS-App zu erstellen.
Du kannst auch dein Shopify-POS so einrichten, dass Papierquittungen automatisch gedruckt werden. In einem gut laufenden Geschäft kannst du so vermeiden, nach jedem Verkauf eine Quittungsoption auswählen zu müssen. Stelle sicher, dass dein Drucker eingeschaltet und mit deinem Shopify-POS verbunden ist. Gehe dann in der Shopify-POS-App zu „Startseite“, „Einstellungen“ und „Gedruckte Quittungen“ und aktiviere „Quittungen automatisch drucken“.
Wähle diese Option, um Quittungen automatisch zu drucken, wenn du im Geschäft einen Verkauf abwickelst.
Typische Fehler bei der Erstellung einer Quittung
Auch wenn eine Quittung schnell geschrieben oder digital erstellt ist, passieren in der Praxis immer wieder Fehler. Diese wirken zunächst harmlos, können jedoch steuerliche Konsequenzen haben oder bei einer Betriebsprüfung problematisch werden. Die folgenden Punkte zeigen die häufigsten Fehler – und warum du sie vermeiden solltest.
- Fehlende Pflichtangaben: Der häufigste Fehler ist eine unvollständige Quittung. Bereits eine fehlende Angabe – etwa das Ausstellungsdatum, die eindeutige Bezeichnung als „Quittung“ oder eine konkrete Leistungsbeschreibung – kann dazu führen, dass der Beleg steuerlich nicht anerkannt wird. Besonders kritisch ist eine fehlende Unterschrift oder ein nicht ausgewiesener Steuerbetrag. Damit eine Quittung rechtsgültig bleibt, müssen alle vorgeschriebenen Mindestangaben vollständig enthalten sein.
- Falscher oder unzutreffender Steuersatz: Ein weiterer typischer Fehler betrifft die Umsatzsteuer. Wird versehentlich der falsche Steuersatz (7 % statt 19 % oder umgekehrt) angegeben oder der Steuerbetrag falsch berechnet, kann das zu Korrekturen und unnötigem Aufwand führen. Besonders heikel ist die Situation bei Kleinunternehmer:innen: Wer trotz Anwendung der Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer ausweist, schuldet diese dem Finanzamt – selbst wenn sie eigentlich nicht hätte berechnet werden dürfen. Hier ist besondere Sorgfalt erforderlich.
- Fehlende oder inkonsistente Belegnummern: Wenn regelmäßig Quittungen ausgestellt werden, sollten diese fortlaufend nummeriert sein. Fehlt eine Belegnummer oder tauchen doppelte Nummern auf, erschwert das die Buchhaltung und kann bei einer Prüfung Fragen aufwerfen. Eine saubere Nummerierung sorgt für Transparenz und erleichtert die eindeutige Zuordnung zu Geschäftsvorfällen. Digitale Kassensysteme übernehmen diese Aufgabe in der Regel automatisch.
- Unklare Leistungsbeschreibung: Eine zu allgemeine Beschreibung wie „Dienstleistung“ oder „Ware“ reicht nicht aus, um den Geschäftsvorfall nachvollziehbar zu dokumentieren. Die Leistung sollte so konkret beschrieben werden, dass sie eindeutig identifizierbar ist. Je präziser die Angabe, desto besser lässt sich der Beleg später zuordnen – sowohl intern in der Buchhaltung als auch gegenüber dem Finanzamt.
- Unvollständige Angaben bei Beträgen über 250 Euro: Bei höheren Beträgen mit ausgewiesener Umsatzsteuer gelten strengere Anforderungen. In solchen Fällen müssen zusätzliche Angaben wie die Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmens sowie eine eindeutige Rechnungsnummer enthalten sein. Fehlen diese Informationen, kann die Quittung nicht als Rechnungsersatz anerkannt werden – was insbesondere für den Vorsteuerabzug relevant ist.
- Unsachgemäßer Umgang mit sensiblen Zahlungsdaten: Gerade bei digitalen oder kartengestützten Zahlungen dürfen sensible Daten nicht vollständig auf der Quittung erscheinen. Kreditkartennummern müssen gekürzt werden, Ablaufdaten dürfen nicht sichtbar sein. Der Schutz dieser Informationen ist nicht nur eine Frage der Professionalität, sondern auch der Datensicherheit.
- Fehler bei digitalen Quittungen: Auch digitale Quittungen müssen alle Pflichtangaben enthalten und ordnungsgemäß archiviert werden. Werden Belege nachträglich geändert, nicht revisionssicher gespeichert oder nicht nachvollziehbar dokumentiert, kann das im Prüfungsfall problematisch werden. Digitale Systeme bieten viele Vorteile – sie müssen jedoch korrekt eingerichtet und genutzt werden.
Fazit
Eine korrekt ausgestellte Quittung ist weit mehr als nur ein einfacher Zahlungsbeleg. Sie dient als Nachweis dafür, dass ein Betrag gezahlt wurde, schafft Rechtssicherheit und bildet die Grundlage für deine Buchhaltung. Ob du mit einem klassischen Quittungsblock arbeitest, einen Quittungsvordruck nutzt oder deine Belege direkt über eine Buchhaltungssoftware oder ein POS-System erstellst – entscheidend ist, dass alle Pflichtangaben vollständig enthalten sind.
Wer typische Fehler vermeidet und seine Prozesse sauber organisiert, spart sich später unnötigen Aufwand bei Steuerprüfungen oder Rückfragen. Digitale Lösungen wie Shopify-POS helfen zusätzlich dabei, Quittungen automatisch zu erstellen, korrekt zu archivieren und professionell an Kund:innen weiterzugeben.





