Nicht jede Bestellung lässt sich so reibungslos abwickeln, wie es auf den ersten Blick scheint. Fehlende Bestände, unterschiedliche Lagerstandorte oder abweichende Lieferzeiten einzelner Produkte können Händler:innen schnell vor die Frage stellen, wie sie eine Bestellung am besten abwickeln.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, verfügbare Produkte bereits zu versenden und fehlende Artikel später nachzuliefern. Dadurch bleibt die Bestellabwicklung flexibel, auch wenn nicht alle Produkte gleichzeitig versandbereit sind.
In diesem Beitrag erfährst du, warum es zu Teillieferungen kommt, welche Vorteile sie bieten und wann sich diese Form der Lieferung für dein Unternehmen eignet.
Was ist eine Teillieferung?
Eine Teillieferung liegt vor, wenn eine Bestellung nicht vollständig in einer Sendung verschickt wird, sondern auf mehrere Lieferungen aufgeteilt wird. Kund:innen erhalten dabei zunächst nur einen Teil der bestellten Produkte, während die übrigen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Warum kommt es zu Teillieferungen?
Ob eine Bestellung vollständig in einer Sendung verschickt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Warenverfügbarkeit, Lagerstandorte oder besondere Versandanforderungen können dazu führen, dass einzelne Produkte getrennt versendet werden.
Unterschiedliche Warenverfügbarkeit
Sind einzelne Produkte einer Bestellung nicht auf Lager, müssen Händler:innen nicht zwangsläufig mit dem gesamten Versand warten. Bereits verfügbare Artikel können vorab verschickt werden, während die restlichen Produkte zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Mehrere Lager- oder Fulfillment-Standorte
Viele Unternehmen verteilen ihre Warenbestände auf mehrere Standorte. Befinden sich die bestellten Produkte in unterschiedlichen Lagern, kann eine Bestellung deshalb in mehrere Sendungen aufgeteilt werden.
Vorbestellungen und längere Lieferzeiten
Auch Vorbestellungen oder Produkte mit unterschiedlichen Lieferzeiten können Teillieferungen erforderlich machen. Bereits verfügbare Artikel lassen sich direkt versenden, während weitere Produkte erst nach ihrem Erscheinungs- oder Verfügbarkeitstermin folgen.
Unterschiedliche Versandanforderungen
Bestimmte Waren können aufgrund ihrer Größe, ihres Gewichts oder ihrer Beschaffenheit nicht gemeinsam verschickt werden. In solchen Fällen kann es notwendig sein, einzelne Produkte separat zu verpacken und zu versenden.
Lieferengpässe oder Verzögerungen
Auch kurzfristige Lieferprobleme auf Seiten von Hersteller:innen oder Lieferant:innen können dazu führen, dass eine Bestellung nicht vollständig ausgeführt werden kann. Eine Teillieferung ermöglicht es dann, zumindest einen Teil der Ware bereits an die Kundschaft zu senden.
Welche Vor- und Nachteile haben Teillieferungen?
Teillieferungen können Händler:innen mehr Flexibilität bei der Bestellabwicklung geben, bringen aber auch zusätzlichen Aufwand mit sich. Ob sie sinnvoll sind, hängt deshalb stark von der jeweiligen Bestellung und den eigenen Fulfillment-Prozessen ab.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schnellere Lieferung verfügbarer Produkte | Höhere Versandkosten |
| Mehr Flexibilität bei Lieferengpässen | Zusätzlicher logistischer Aufwand |
| Effiziente Nutzung mehrerer Lagerstandorte | Mehr Verpackungsmaterial und Transporte |
| Kürzere Wartezeiten für Kund:innen | Komplexere Kommunikation und Sendungsverfolgung |
Vorteile von Teillieferungen
- Schnellere Lieferung: Bereits verfügbare Produkte können direkt verschickt werden, ohne dass Kund:innen auf die gesamte Bestellung warten müssen.
- Mehr Flexibilität: Lieferengpässe oder Verzögerungen einzelner Produkte blockieren nicht automatisch den gesamten Versand.
- Effiziente Nutzung von Lagerstandorten: Produkte können direkt von unterschiedlichen Standorten aus versendet werden.
- Kürzere Wartezeiten: Kund:innen erhalten zumindest einen Teil ihrer Bestellung früher.
Mögliche Nachteile von Teillieferungen
- Höhere Versandkosten: Mehrere Pakete verursachen in der Regel zusätzliche Versand- und Verpackungskosten.
- Mehr logistischer Aufwand: Jede Sendung muss separat vorbereitet, dokumentiert und nachverfolgt werden.
- Mehr Verpackungsmaterial und Transporte: Durch mehrere Lieferungen kann der Ressourcenverbrauch steigen.
- Komplexere Kommunikation: Händler:innen müssen klar vermitteln, welche Artikel bereits verschickt wurden und welche noch folgen.
Wie funktioniert eine Teillieferung?
Eine Teillieferung läuft in mehreren Schritten ab. Wichtig ist vor allem, dass Händler:innen den Überblick über bereits versendete und noch offene Artikel behalten und ihre Kund:innen transparent informieren.
1. Prüfe Bestellung und Warenbestand
Zunächst wird geprüft, welche Produkte der Bestellung verfügbar sind und welche nicht sofort versendet werden können. Dabei spielen auch Lagerstandorte und voraussichtliche Lieferzeiten eine Rolle.
2. Teile die Bestellung auf
Anschließend wird festgelegt, welche Artikel gemeinsam verschickt werden und welche zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Die ursprüngliche Bestellung bleibt dabei bestehen, wird für das Fulfillment jedoch in mehrere Sendungen aufgeteilt.
3. Versende verfügbare Produkte
Die lieferbaren Artikel werden verpackt und an die Kundschaft verschickt. Für diese erste Sendung kann bereits eine Versandbestätigung mit Trackinginformationen bereitgestellt werden.
4. Informiere die Kund:innen über die Teillieferung
Damit keine Verwirrung entsteht, sollten Kund:innen klar darüber informiert werden, dass ihre Bestellung in mehreren Sendungen eintrifft. Idealerweise ist auch ersichtlich, welche Produkte bereits unterwegs sind und welche noch folgen.
5. Liefere die restlichen Artikel nach
Sobald die übrigen Produkte verfügbar sind, werden sie in einer weiteren Sendung verschickt. Erst wenn alle bestellten Artikel ausgeliefert wurden, ist die Bestellung vollständig abgeschlossen.
Worauf solltest du bei Teillieferungen achten?
Damit Teillieferungen möglichst reibungslos funktionieren, sollten einige Punkte von Anfang an klar geregelt sein.
Versandkosten im Blick behalten
Mehrere Lieferungen verursachen meist zusätzliche Kosten für Verpackung und Versand. Prüfe deshalb, ob sich eine Teillieferung wirtschaftlich lohnt oder ob es sinnvoller ist, mit dem Versand zu warten, bis die Bestellung vollständig verfügbar ist.
Sendungen eindeutig zuordnen
Gerade bei mehreren Paketen sollte jederzeit nachvollziehbar sein, welche Artikel zu welcher Sendung gehören. Separate Versandbestätigungen und Trackinginformationen helfen sowohl deinem Team als auch deinen Kund:innen dabei, den Überblick zu behalten.
Bestände zuverlässig verwalten
Aktuelle Bestandsdaten sind besonders wichtig, wenn Bestellungen auf mehrere Lieferungen aufgeteilt werden. So kannst du verhindern, dass offene Artikel übersehen werden oder Produkte verkauft werden, die tatsächlich nicht mehr verfügbar sind.
Lieferzeiten realistisch kommunizieren
Für noch ausstehende Produkte solltest du möglichst realistische Lieferzeiträume angeben. Versprich lieber keinen konkreten Termin, wenn dieser noch nicht sicher feststeht. Verändert sich der Lieferzeitpunkt, solltest du deine Kund:innen entsprechend informieren.
Kundenerlebnis berücksichtigen
Nicht jede Teillieferung ist automatisch die beste Lösung. Bei kurzen Verzögerungen kann eine gemeinsame Lieferung angenehmer sein, während sich bei längeren Wartezeiten ein früher Versand verfügbarer Produkte anbietet. Entscheidend ist, welche Variante für deine Kundschaft und deine Prozesse am sinnvollsten ist.
Worauf es beim Versand außerdem ankommt, erfährst du in diesem Video (auf Englisch):
Wie lassen sich unnötige Teillieferungen vermeiden?
Mit einer guten Bestands- und Fulfillment-Planung kannst du ihre Anzahl jedoch deutlich reduzieren und damit Versandkosten sowie zusätzlichen Aufwand sparen.
Bestände möglichst aktuell halten
Je genauer deine Bestandsdaten sind, desto besser kannst du einschätzen, ob eine Bestellung vollständig ausgeführt werden kann. Besonders bei mehreren Verkaufskanälen oder Lagerstandorten sollten Bestandsänderungen möglichst schnell im System erfasst werden.
Nachfrage frühzeitig planen
Verkaufsdaten aus vergangenen Zeiträumen, saisonale Schwankungen und wiederkehrende Kaufmuster können dir dabei helfen, deinen Bedarf besser einzuschätzen. So lassen sich häufig nachgefragte Produkte rechtzeitig nachbestellen und Engpässe eher vermeiden.
Lagerbestände sinnvoll verteilen
Wenn du mit mehreren Lagerstandorten arbeitest, lohnt es sich, die Verteilung deiner Produkte regelmäßig zu überprüfen. Artikel, die häufig gemeinsam gekauft werden, können beispielsweise gezielt an denselben Standorten bevorratet werden.
Bestellrouting optimieren
Ein durchdachtes Bestellrouting kann dazu beitragen, Bestellungen möglichst vollständig von einem Standort aus zu versenden. So vermeidest du, dass eine Bestellung unnötig auf mehrere Lager und damit auf mehrere Sendungen verteilt wird.
Teillieferungen mit Shopify verwalten
Mit Shopify kannst du Bestellungen auch nur teilweise ausführen, wenn einzelne Produkte noch nicht versandbereit sind. Dazu lässt sich ein Fulfillment nach Positionen oder Mengen aufteilen. Verfügbare Artikel können so bereits verschickt werden, während die übrigen Produkte später folgen.
Beispiel: Eine Kundin bestellt in deinem Onlineshop ein T-Shirt, eine Jeans und ein Paar Sneaker. T-Shirt und Jeans sind sofort verfügbar, die Sneaker werden jedoch erst in fünf Tagen nachgeliefert. Statt die gesamte Bestellung zurückzuhalten, verschickst du zunächst T-Shirt und Jeans. Du markierst nur diese beiden Artikel als ausgeführt und hinterlegst die Trackingnummer der ersten Sendung. Sobald die Sneaker wieder verfügbar sind, versendest du sie separat und ergänzt dafür eine zweite Trackingnummer.
Shopify behält dabei den Status der gesamten Bestellung im Blick. Solange noch Artikel ausstehen, ist direkt erkennbar, dass die Bestellung noch nicht vollständig ausgeführt wurde.
Auch bei mehreren Lager- oder Fulfillment-Standorten unterstützt Shopify die Abwicklung geteilter Bestellungen. Befinden sich beispielsweise das T-Shirt in einem Lager und die Jeans in einem anderen, kann die Bestellung auf mehrere Standorte verteilt werden. Über Bestellrouting-Regeln kannst du zudem festlegen, dass geteiltes Fulfillment möglichst vermieden wird.
Darüber hinaus kann bereits im Checkout angezeigt werden, wenn Produkte in mehreren Lieferungen versendet werden, etwa bei Vorbestellungen, Abonnements oder Artikeln aus unterschiedlichen Versandprofilen oder Standorten.
Fazit: Teillieferungen flexibel und transparent einsetzen
Teillieferungen können eine sinnvolle Möglichkeit sein, Bestellungen auch dann zügig abzuwickeln, wenn nicht alle Produkte gleichzeitig verfügbar sind. Sie schaffen mehr Flexibilität im Fulfillment und verkürzen unter Umständen die Wartezeit für Kund:innen.
Gleichzeitig bringen mehrere Sendungen zusätzliche Kosten, mehr organisatorischen Aufwand und höhere Anforderungen an die Kommunikation mit sich. Entscheidend ist deshalb, Teillieferungen gezielt einzusetzen und transparent darüber zu informieren, welche Artikel bereits versendet wurden und welche noch folgen.
Mit aktuellen Bestandsdaten, einem gut abgestimmten Fulfillment und klaren Versandinformationen lassen sich Teillieferungen so gestalten, dass sie sowohl für dein Unternehmen als auch für deine Kundschaft möglichst reibungslos funktionieren.




