Die meisten Menschen sind skeptisch gegenüber Marketing-Botschaften von Firmen. Daher investieren Unternehmen viel Arbeit, Zeit und Geld, um diese Zweifel zu überwinden. Was aber, wenn du eine stete Quelle im Content-Marketing auftun könntest, ohne alles selbst erstellen zu müssen? Was, wenn du Kund:innen als Direktvermarkter:innen, Content-Produzent:innen, Fotograf:innen und Influencer in dein Team integrieren könntest? Und das auch noch kostenlos?
Wie das gehen soll? Durch das planmäßige Einbeziehen von nutzergenerierten Inhalten. nachfolgend erfährst du alles über die Arten sowie Vor- und Nachteile nutzergenerierter Inhalte und bekommst Beispiele, wie du sie für dich nutzen kannst.
Was sind nutzergenerierte Inhalte (UGC)?
Nutzergenerierter Inhalt (User Generated Content, kurz: UGC) ist Content über eine Marke und deren Produkte, der von Menschen erstellt wird, die dafür nicht bezahlt werden. Diese Nutzer:innen können Kund:innen sein, Angestellte, Freiwillige oder ein engagiertes Publikum. UGC kann zum Beispiel Fotos, Videos, Bewertungen oder Social-Media-Beiträge beinhalten.
Warum sind nutzergenerierte Inhalte wichtig?
Nutzergenerierte Inhalte (User Generated Content, kurz UGC) haben sich zu einem wichtigen Bestandteil moderner Marketingstrategien entwickelt. Dabei handelt es sich um Inhalte wie Bewertungen, Fotos, Videos oder Erfahrungsberichte, die nicht von Unternehmen selbst, sondern von ihren Kundinnen und Kunden erstellt werden. Diese Inhalte können in verschiedenen Kanälen – etwa in sozialen Netzwerken, auf Websites oder in E-Mails – eingesetzt werden und unterstützen Unternehmen dabei, Vertrauen aufzubauen und die Interaktion mit ihrer Zielgruppe zu stärken.
UGC spielt insbesondere deshalb eine bedeutende Rolle, weil er authentisch wirkt und die Perspektive realer Nutzerinnen und Nutzer widerspiegelt. In einer digitalen Umgebung, in der Konsument:innen täglich mit einer Vielzahl an Werbebotschaften konfrontiert werden, gewinnen solche glaubwürdigen Inhalte zunehmend an Bedeutung.
Authentizität
In der heutigen digitalen Medienlandschaft stehen Marken im starken Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. Nutzerinnen und Nutzer entscheiden zunehmend bewusst, mit welchen Unternehmen sie interagieren und welchen Marken sie Vertrauen schenken. In diesem Zusammenhang wird Authentizität zu einem entscheidenden Faktor.
Nutzergenerierte Inhalte gelten als besonders glaubwürdig, da sie von realen Kundinnen und Kunden stammen und nicht primär von Unternehmen selbst produziert werden. Dadurch vermitteln sie häufig ein realistischeres Bild von Produkten oder Dienstleistungen. Während klassische Werbung häufig als stark inszeniert wahrgenommen wird, wirken Erfahrungsberichte oder Fotos von echten Nutzer:innen deutlich authentischer und können die Wahrnehmung einer Marke positiv beeinflussen.
Social Proof und Vertrauen
Ein weiterer zentraler Vorteil von UGC liegt im sogenannten Social Proof, also dem sozialen Beweis. Dieses psychologische Prinzip beschreibt, dass Menschen ihr Verhalten häufig an den Erfahrungen und Entscheidungen anderer orientieren. Wenn potenzielle Käufer:innen sehen, dass andere Kund:innen mit einem Produkt zufrieden sind, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst ebenfalls Vertrauen entwickeln.
Gerade in Zeiten sinkenden Vertrauens in traditionelle Medien und klassische Werbung gewinnen solche Formen der Empfehlung an Bedeutung. Nutzergenerierte Inhalte funktionieren dabei ähnlich wie moderne Mundpropaganda: Erfahrungen und Meinungen anderer Konsument:innen beeinflussen Kaufentscheidungen oft stärker als direkte Werbebotschaften von Unternehmen.
Stärkung der Markenbindung
UGC trägt nicht nur zur Gewinnung neuer Kund:innen bei, sondern kann auch die Beziehung zwischen Marke und bestehender Zielgruppe stärken. Wenn Nutzer:innen Inhalte über eine Marke erstellen oder teilen, fühlen sie sich häufig stärker mit ihr verbunden. Dadurch entsteht eine Form der Beteiligung, bei der Konsument:innen aktiv Teil der Markenkommunikation werden.
Darüber hinaus eröffnet UGC einen Dialog zwischen Unternehmen und ihrer Community. Indem Marken Inhalte ihrer Nutzer:innen aufgreifen, teilen oder kommentieren, entsteht eine stärkere Interaktion. Diese Form der Kommunikation kann langfristig zu einer engagierten Community und zu höherer Markentreue führen.
Einsatz entlang der Customer Journey
Ein weiterer Vorteil nutzergenerierter Inhalte liegt in ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit. UGC kann in verschiedenen Phasen der Customer Journey genutzt werden, um das Interesse potenzieller Kund:innen zu wecken und Kaufentscheidungen zu unterstützen.
Beispielsweise können Bilder oder Erfahrungsberichte anderer Nutzer:innen in sozialen Medien Aufmerksamkeit erzeugen und Inspiration bieten. Auf Produktseiten oder Landingpages können Bewertungen und Kundenfotos dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen. Auch im E-Mail-Marketing oder im Checkout-Prozess können nutzergenerierte Inhalte eingesetzt werden, um Unsicherheiten zu reduzieren und die Conversion-Rate zu erhöhen.
Kosteneffizienz im Marketing
Neben den kommunikativen Vorteilen bietet UGC auch wirtschaftliche Vorteile. Die Produktion professioneller Werbekampagnen oder die Zusammenarbeit mit Influencern kann mit hohen Kosten verbunden sein. Nutzergenerierte Inhalte entstehen dagegen häufig organisch durch die Community eines Unternehmens.
Wenn Unternehmen diese Inhalte gezielt kuratieren und in ihre Marketingstrategie integrieren, können sie ihre Content-Strategie erweitern, ohne umfangreiche Ressourcen investieren zu müssen. Besonders für kleinere Unternehmen oder Marken mit begrenztem Budget stellt UGC daher eine effektive und kostengünstige Möglichkeit dar, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten.
Lesetipp: Wir verraten dir, wie du mit YouTube Geld verdienen kannst.
Arten von nutzergenerierten Inhalten
Nutzergenerierte Inhalte können in unterschiedlichen Formaten und auf verschiedenen Plattformen auftreten. Grundsätzlich handelt es sich dabei um alle Inhalte, die von Nutzerinnen und Nutzern erstellt werden und sich auf eine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung beziehen. Dazu zählen beispielsweise Beiträge in sozialen Netzwerken, Bewertungen, Fotos, Videos oder Blogartikel.
Für Unternehmen bieten diese Inhalte eine wertvolle Möglichkeit, authentische Einblicke in die Nutzung ihrer Produkte zu erhalten und gleichzeitig potenziellen Kund:innen Orientierung bei ihrer Kaufentscheidung zu geben. Grundsätzlich lassen sich nutzergenerierte Inhalte in zwei übergeordnete Kategorien einteilen: organischer UGC und bezahlter UGC.
Organischer nutzergenerierter Content
Organischer UGC entsteht freiwillig durch Kundinnen und Kunden, die ihre Erfahrungen mit einer Marke teilen. Diese Inhalte werden ohne direkte Bezahlung oder Aufforderung durch das Unternehmen veröffentlicht. Gerade diese Form gilt als besonders glaubwürdig, da sie auf echten Erfahrungen basiert und daher von anderen Nutzer:innen häufig als authentisch wahrgenommen wird.
Organischer UGC kann in unterschiedlichen Formaten auftreten und auf verschiedenen Plattformen verbreitet werden.
Bewertungen und Erfahrungsberichte
Eine der bekanntesten Formen nutzergenerierter Inhalte sind Online-Bewertungen und Rezensionen. Diese finden sich beispielsweise auf Plattformen wie Google, Onlineshops oder Bewertungsportalen. Sie geben potenziellen Kundinnen und Kunden Einblicke in die Erfahrungen anderer Käufer:innen und können deren Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen.
Positive Bewertungen stärken das Vertrauen in eine Marke und fungieren als sozialer Beweis für die Qualität eines Produkts. Gleichzeitig liefern kritische oder negative Rückmeldungen Unternehmen wertvolle Hinweise darauf, an welchen Stellen Produkte oder Dienstleistungen verbessert werden können.
Social-Media-Beiträge
Viele Nutzer:innen teilen ihre Erfahrungen mit Produkten oder Dienstleistungen direkt in sozialen Netzwerken. Dabei können sie beispielsweise Fotos posten, kurze Erfahrungsberichte schreiben oder Marken mithilfe von Hashtags und Markierungen erwähnen.
Solche Beiträge haben für Unternehmen einen großen Wert, da sie von der Community wahrgenommen werden und somit zur organischen Reichweitensteigerung beitragen können. Wenn Marken diese Inhalte – mit Zustimmung der Urheber:innen – weiterverbreiten, können sie ihre Sichtbarkeit erhöhen und gleichzeitig authentische Stimmen aus ihrer Zielgruppe präsentieren.
Bilder und Videos
Visuelle Inhalte zählen zu den wirkungsvollsten Formen von UGC. Fotos oder Videos, die Nutzer:innen beim Verwenden eines Produkts zeigen, vermitteln potenziellen Kund:innen einen realistischen Eindruck davon, wie das Produkt im Alltag eingesetzt wird.
Gerade Videos auf Plattformen wie YouTube oder anderen Social-Media-Kanälen sind häufig besonders einflussreich. Nutzer:innen zeigen dort beispielsweise Produkte in sogenannten „Hauls“, Unboxing-Videos oder Erfahrungsclips. Solche Inhalte wirken oft persönlicher und emotionaler als klassische Werbung und können daher einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung einer Marke haben.
Blogbeiträge und Onlineartikel
Auch Blogartikel können eine wichtige Form nutzergenerierten Contents darstellen. Bloggerinnen und Blogger berichten häufig ausführlich über Produkte, Trends oder persönliche Erfahrungen. Wird eine Marke oder ein Produkt in einem solchen Beitrag erwähnt oder bewertet, kann dies die Bekanntheit eines Unternehmens deutlich steigern.
Solche Inhalte haben oft eine größere inhaltliche Tiefe als kurze Social-Media-Beiträge und können potenziellen Kundinnen und Kunden dabei helfen, sich intensiver über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu informieren.
Diskussionen in Online-Foren
Eine weitere Form von UGC sind Beiträge in Online-Foren oder Community-Plattformen. Dort tauschen sich Nutzer über ihre Erfahrungen aus, stellen Fragen oder geben Empfehlungen. Diese Diskussionen können für potenzielle Kunden besonders hilfreich sein, da sie häufig sehr konkrete Informationen und ehrliche Meinungen enthalten.
Für Unternehmen bieten solche Gespräche wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse, Erwartungen und Probleme ihrer Zielgruppe.
Bezahlter nutzergenerierter Content
Neben freiwillig erstellten Inhalten existiert auch bezahlter UGC. Dabei beauftragen Unternehmen sogenannte UGC-Creator damit, Inhalte zu produzieren, die authentisch wirken und reale Nutzungssituationen zeigen.
Im Gegensatz zu klassischen Influencern liegt der Fokus hierbei weniger auf der Reichweite der Person, sondern auf der Erstellung glaubwürdiger Inhalte. Diese können anschließend von Unternehmen auf ihren eigenen Plattformen, beispielsweise auf Websites oder Social-Media-Kanälen, veröffentlicht werden.
Bezahlter UGC wird besonders häufig von jüngeren Marken genutzt, die noch keine große Community aufgebaut haben und daher weniger organische Inhalte von Kundinnen und Kunden erhalten.
Vorteile von nutzergeneriertem Content
Da UGC nicht von dir stammt, hat er noch andere Vorteile, außer Vertrauen zu schaffen. Du kannst:
- Zeit sparen bei der Content-Erstellung, indem du deinen eigenen Content mit welchem aus deinen Netzwerken kombinierst.
- Deine Reichweite erhöhen, wenn Kund:innen deine Marke durch geteilten Content über soziale Netzwerke loben.
- Deine Community mit einbeziehen und engere Bindungen mit Kund:innen schaffen, indem du diese in dein Content-Marketing einbaust und sie besser verstehst.
UGC kann sowohl in kurzfristigen Kampagnen als auch in langfristigen Marketingstrategien eingesetzt werden, aber in jedem Fall benötigst du drei Dinge:
- Einen „Call to Create“ (Generierungsaufruf), der die Leute dazu bringt, selbst Content generieren zu wollen.
- Kanäle für die Beschaffung und das Sammeln von Einreichungen.
- Einen Plan für Moderation, Teilen und Nutzung dieses Contents innerhalb deiner Marketingstrategie.
Nachteile von UGC
Wie du gesehen hast, bringt User Generated Content für Unternehmen zahlreiche Vorteile. Aber es gibt auch potenzielle Herausforderungen und Risiken, die du berücksichtigen solltest.
- Kontrollverlust: Du hast als Unternehmen als Erstes keinen Einfluss auf die erstellten Inhalte. Daher kann es auch vorkommen, dass Nutzer:innen Inhalte erstellen, die dem Ruf deines Unternehmens eher schaden.
- Qualitätsunterschiede: Zudem wird nicht jeder UGC von hoher Qualität sein. Daher solltest du darauf achten, die Inhalte stets zu überwachen, um sicherzustellen, dass nur relevanter und hochwertiger Inhalt mit deinem Unternehmen in Verbindung gebracht wird.
- Kritik: User Generated Content ermöglicht es Nutzer:innen auch, ihre Meinung und Erfahrung frei zu teilen – auch wenn diese negativ sind. Dadurch können potenzielle Kund:innen abgeschreckt werden. Wenn du Inhalte deiner Kund:innen nutzen willst, solltest du lernen, mit Kritik konstruktiv umzugehen und angemessen darauf zu reagieren.
- Rechtliches: Wichtig ist auch, dass bei der Erstellung von Inhalten durch Kund:innen Urheberrechtsverletzungen oder Verletzungen des geistigen Eigentums auftreten können. Informiere dich ausreichend über die rechtlichen Aspekte von UGC, um solche Probleme zu vermeiden. Am besten ziehst du Experten oder eine Expertin hinzu, wenn du dir unsicher bist.
- Manipulation: Es kann auch vorkommen, dass UGC-Inhalte gefälscht oder manipuliert sind – egal ob absichtlich oder versehentlich. Achte daher auf mögliche Fälschungen und implementiere Mechanismen zur Bekämpfung von betrügerischen oder ungenauen Inhalten.
Lesetipp: Wie du mit Retention-Marketing an bestehende Kund:innen verkaufst, erfährst du hier.
Woher du nutzergenerierte Inhalte bekommst
Falls du bemerkst, dass deine Zielgruppe ohnehin schon Content über deine Marke teilt, hast du Glück – ein guter Ausgangspunkt für deine UGC-Strategie.
Wenn deine Kund:innen aber keine Initiative zeigen, musst du eine kreative Schnittmenge zwischen der Art von Content finden, der dir beim Markenaufbau hilft, und dem Content, den die Kund:innen tatsächlich erstellen und teilen wollen.
Der Content, den User gern generieren, muss sich nicht unbedingt direkt auf deine Produkte beziehen. Denke dir deine eigenen kreativen Ansätze aus, aber priorisiere immer die Gründe, warum Leute Content teilen wollen.
Einer der beliebtesten UGC-Ansätze ist es, Kund:innen Fotos von deinen Produkten machen zu lassen und sie mit einem Marken-Hashtag über die sozialen Medien zu teilen. Im Folgenden sehen wir uns einige Beispiele für Strategien an.
Starte mit einem Marken-Hashtag

Marken-Hashtags sind der einfachste Weg, nutzergenerierten Inhalt zu fördern, zu sammeln und zu automatisieren, insbesondere auf Instagram oder TikTok.
Du kannst diese Hashtags teilen und weitläufig mit einem „Call to Create“ verbinden:
- in Dankes-E-Mails
- in Social-Media-Biografien
- in Packungsbeilagen
- auf deiner Website
- auf einem Poster oder Bildschirm-Display
- durch Mundpropaganda
- und vielem mehr.
Nur weil von einem Marken-Hashtag die Rede ist, muss das nicht heißen, dass dein Markenname zwingend titelgebend für diesen sein muss. So fasst der Hersteller für duftende Trinkflaschen, Air up, alle wissenswerten Neuigkeiten über sich und sein Produkt unter dem Hashtag #thinknewdrinknew zusammen. Du kannst auch verschiedene Hashtags für Instagram oder TikTok benutzen, um nutzergenerierten Inhalt nach Zielen zu organisieren. Einer kann deine Kundengeschichten präsentieren, über einen anderen kann deine Belegschaft interessante Einblicke in die Unternehmenskultur geben.
Durch die Hashtag-Suche findest du alle Nennungen in einem Feed und kannst leicht wählen, welchen Content du herausfiltern möchtest. Wichtig ist, dass du genaue Anweisungen kommunizierst, wie der Hashtag einzusetzen und deine Marke zu taggen ist, und ebenso, wo der Content später erscheinen wird.
Schaffe Anreize über Gewinnspiele und Werbegeschenke
Gewinnspiele und Werbegeschenke sind grundsätzlich ein toller Weg, dein Geschäft wachsen zu lassen. Sie sind zudem ein unwiderstehlicher Anreiz, um sich an den UGC-Bemühungen deiner Marke zu beteiligen.
Einen Fotowettbewerb, bei dem Kund:innen ihr bestes Foto zu einem Thema einreichen, kannst du nutzen, um zukünftige Posts für deine Social-Media-Kalender „crowdzusourcen“ und dein engagiertes Publikum zu belohnen. Indem du unter den Regeln zum Preisausschreiben eine Fotogalerie hinzufügst, gehst du selbst mit gutem Beispiel voran und gibst Kund:innen eine Vorstellung davon, welche Art Content die Gewinnchancen erhöht.
Lesetipp: Wie Onlinehändler:innen durch Social Commerce in die Welt ihrer Kund:innen eintauchen, kannst du im Blog nachlesen.
Frage nach einem Verkauf nach UGC

Aufrufe zur Einreichung nutzergenerierter Inhalte können auch am Ende des Bestellprozesses per E-Mail erfolgen. Genauso, wie du vielleicht Kund:innen um eine Empfehlung bittest, kannst du auch darum bitten, Fotos oder Videos zu teilen, auf denen die Kund:innen deine Produkte nutzen.
Mit Shopify-Apps wie Loox kannst du sowohl Empfehlungen als auch nutzergenerierte Fotos durch Nach-Verkaufs-Mails abfragen. Frage z.B. nach visuellne Produkt-Besprechungen mit Fotos, die du vielfach einsetzen kannst. Einen kleinen Anreiz anzubieten, kann helfen – etwa einen Rabatt auf den nächsten Kauf.
Beispiele für nutzergenerierte Inhalte
Nutzergenerierter Content kann auf unterschiedliche Weise in die Kommunikations- und Marketingstrategie eines Unternehmens integriert werden. Unternehmen nutzen diese Inhalte häufig, um authentische Einblicke in ihre Produkte zu zeigen und gleichzeitig die eigene Community stärker einzubinden. Die folgenden Beispiele zeigen typische Einsatzmöglichkeiten von UGC in der Praxis.
Poste UGC auf deinen Social-Kanälen
Eine der häufigsten Anwendungen nutzergenerierter Inhalte findet sich in sozialen Netzwerken. Unternehmen teilen dabei Beiträge ihrer Kundinnen und Kunden auf den eigenen Social-Media-Profilen und markieren den ursprünglichen Creator im Beitrag.
Diese Praxis bietet mehrere Vorteile: Zum einen erhalten Unternehmen regelmäßig neue Inhalte für ihre Kanäle, ohne diese selbst produzieren zu müssen. Zum anderen fühlen sich Nutzerinnen und Nutzer wertgeschätzt, wenn ihre Beiträge von der Marke aufgegriffen und mit einer größeren Community geteilt werden.

Ein Beispiel dafür ist die Marke air up, die auf ihrem Instagram-Account regelmäßig Fotos und Videos ihrer Community veröffentlicht. Dabei werden Nutzer:innen markiert und ihre Beiträge in den offiziellen Feed integriert. Gleichzeitig erreicht die Marke durch diese Beiträge häufig auch die Follower der jeweiligen Creator und kann so ihre Reichweite erhöhen.
Bei der Weiterverwendung solcher Inhalte ist es jedoch wichtig, zuvor die Zustimmung der Urheber:innen einzuholen – insbesondere dann, wenn der Content in bezahlten Anzeigen oder Kampagnen verwendet werden soll.
Lesetipp: In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du einen Redaktionsplan für dein Marketing erstellen kannst.
Poste UGC auf deiner Webseite
Nutzergenerierte Inhalte können nicht nur in sozialen Netzwerken eingesetzt werden, sondern auch direkt auf der eigenen Website. Dort dienen sie häufig als sozialer Vertrauensbeweis, da potenzielle Kund:innen sehen können, wie andere Menschen Produkte tatsächlich nutzen.
Ein verbreitetes Beispiel sind Galerien mit Kundenfotos oder Erfahrungsberichten, die auf Produktseiten oder speziellen Community-Seiten eingebunden werden. Solche Inhalte können Besucher:innen dabei helfen, sich ein realistisches Bild von der Nutzung eines Produkts zu machen und Vertrauen in die Marke aufzubauen.
Es gibt jede Menge Shopify-Apps, um Instagram-Galerien anzulegen – z.B. Covet Pics. Die App hilft dir, UGC zu erfassen und auf deiner Website einzubetten. Du musst nur sicherstellen, dass du eine Möglichkeit hast, die Einreichungen zu moderieren, sodass nur eingebettet wird, was du auswählst.
Viele Unternehmen integrieren beispielsweise Instagram-Fotos ihrer Community direkt auf ihrer Website. Dabei ist es wichtig, die eingereichten Inhalte vorher zu moderieren, damit nur passende und qualitativ hochwertige Beiträge angezeigt werden.
Lege eine „Social-Media-Wand“ für deinen Shop an
Eine weitere Möglichkeit, nutzergenerierten Content sichtbar zu machen, sind sogenannte Social-Media-Wände. Dabei werden Beiträge aus verschiedenen sozialen Netzwerken – etwa Fotos, Kommentare oder kurze Erfahrungsberichte – in einem gemeinsamen Feed gesammelt und auf einer Website oder bei Veranstaltungen angezeigt.
Ein Beispiel hierfür ist die Marke waterdrop, die auf ihrer Website Fotos aus der Community präsentiert. Nutzer:innen teilen ihre Bilder mit bestimmten Hashtags, woraufhin ausgewählte Beiträge auf der Website der Marke erscheinen. Dadurch entsteht eine Art Community-Galerie, die sowohl die Kundinnen und Kunden als auch die Produkte selbst in authentischen Nutzungssituationen zeigt.

Auf Social-Media-Wänden kannst du Fotos und Kommentare aus verschiedensten Kanälen zusammenziehen und diese Unterhaltung in einem Feed darstellen, an dem sich andere beteiligen können. Diesen kannst du auf deiner Website einbetten oder bei deiner nächsten Veranstaltung auf einem Bildschirm zeigen.
Solche Social-Media-Wände können nicht nur auf Websites eingebunden werden, sondern auch auf Bildschirmen bei Events, in Geschäften oder auf Messen angezeigt werden. Dadurch entsteht eine interaktive Präsentation der Community, die weitere Nutzer:innen motivieren kann, eigene Inhalte zu erstellen und zu teilen.
Lesetipp: E-Mail-Marketing leicht gemacht: Hier findest du alles, vom Aufbau des Verteilers über den richtigen Content bis zur ersten Mail.
Best Practices für nutzergenerierte Inhalte
Damit nutzergenerierte Inhalte ihr volles Potenzial entfalten können, sollten Unternehmen einige grundlegende Prinzipien beachten. Der gezielte und verantwortungsvolle Umgang mit UGC trägt dazu bei, Vertrauen aufzubauen, die Beziehung zur Community zu stärken und mögliche rechtliche oder kommunikative Probleme zu vermeiden. Die folgenden Best Practices helfen dir dabei, nutzergenerierte Inhalte effektiv in die eigene Content- und Marketingstrategie zu integrieren.
Zustimmung der Urheber:innen einholen
Bevor Unternehmen Inhalte von Nutzerinnen und Nutzern weiterverwenden oder veröffentlichen, sollten sie stets die ausdrückliche Zustimmung der jeweiligen Person einholen. Auch wenn Beiträge beispielsweise mit einem Marken-Hashtag versehen sind, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie frei für Marketingzwecke genutzt werden dürfen.
Die Einholung der Erlaubnis zeigt Respekt gegenüber den Ersteller:innen der Inhalte und signalisiert, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Gleichzeitig lassen sich dadurch rechtliche Probleme, etwa im Zusammenhang mit Urheberrechten oder Persönlichkeitsrechten, vermeiden. Darüber hinaus kann eine direkte Anfrage an den Creator dazu beitragen, eine positive Beziehung aufzubauen und die Bereitschaft zu erhöhen, künftig weitere Inhalte zu teilen.
Urheber:innen korrekt kennzeichnen
Wenn Unternehmen nutzergenerierte Inhalte auf ihren eigenen Kanälen veröffentlichen, sollte der ursprüngliche Creator deutlich genannt und sichtbar verlinkt werden. Dies kann beispielsweise durch das Markieren des Nutzers bzw. der Nutzerin in sozialen Netzwerken oder durch eine klare Quellenangabe erfolgen.
Die korrekte Kennzeichnung der Urheberschaft erfüllt mehrere Funktionen: Zum einen zeigt sie Wertschätzung gegenüber der Person, die den Inhalt erstellt hat. Zum anderen wird für andere Nutzer:innen transparent, dass der Beitrag tatsächlich von einer externen Person stammt und nicht vom Unternehmen selbst produziert wurde. Dadurch bleibt die Authentizität des Inhalts erhalten.
Erwartungen an Inhalte klar kommunizieren
Viele Nutzerinnen und Nutzer erstellen gerne Inhalte über Marken, insbesondere wenn sie wissen, dass diese möglicherweise von der Marke geteilt werden. Deshalb kann es hilfreich sein, klar zu kommunizieren, welche Art von Content ein Unternehmen besonders interessant findet.
Unternehmen können beispielsweise erklären, ob sie eher Fotos von der Produktnutzung, Erfahrungsberichte, kurze Videos oder kreative Beiträge aus der Community suchen. Solche Hinweise erleichtern es den Nutzer:innen, passende Inhalte zu erstellen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass diese tatsächlich im Rahmen der Markenkommunikation genutzt werden können.
UGC strategisch in die Marketingziele integrieren
Nutzergenerierte Inhalte sollten nicht zufällig oder unkoordiniert eingesetzt werden, sondern Teil einer übergeordneten Marketingstrategie sein. Unternehmen sollten zunächst festlegen, welche Ziele sie mit UGC erreichen möchten – beispielsweise eine höhere Markenbekanntheit, mehr Interaktion in sozialen Medien oder eine Steigerung der Conversion-Rate.
Auf Basis dieser Ziele kann anschließend definiert werden, welche Arten von Inhalten besonders relevant sind und wie sie in bestehende Kampagnen integriert werden können. Unternehmen können ihre Community beispielsweise über Social-Media-Profile, ihre Website, Produktverpackungen oder auch physische Verkaufsorte dazu auffordern, Inhalte zu teilen.
Eine klare Strategie hilft dabei, nutzergenerierten Content gezielt einzusetzen und ihn optimal mit den übergeordneten Kommunikations- und Marketingzielen eines Unternehmens zu verknüpfen.
Fazit: Nutze die Inhalte deiner Kund:innen
Bevor Unternehmen sich das Geld ihrer Kundinnen und Kunden verdienen können, müssen sie zunächst deren Vertrauen gewinnen. Gerade im Internet spielt Glaubwürdigkeit eine entscheidende Rolle, da Konsument:innen täglich mit einer Vielzahl an Werbebotschaften konfrontiert werden. Nutzergenerierte Inhalte bieten hier eine wirkungsvolle Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und authentische Einblicke in Produkte oder Dienstleistungen zu geben. Besonders Online-Bewertungen und Kundenrezensionen helfen potenziellen Käufer:innen dabei, sich ein realistisches Bild von deiner Marke zu machen.
Nutzergenerierter Content ermöglicht es Unternehmen außerdem, die Meinungen und die Kreativität ihrer Community zu nutzen, um Inhalte zu erstellen und zu verbreiten. Ob ein authentischer Instagram-Beitrag, ein Erfahrungsbericht oder ein Kundenfoto – solche Inhalte wirken häufig glaubwürdiger als klassische Werbung. Genau hier setzt UGC-Marketing an, das darauf abzielt, Inhalte von echten Nutzer:innen gezielt in die eigene Kommunikationsstrategie einzubinden und so Vertrauen sowie Reichweite zu steigern.
Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Tricks, um nutzergenerierte Inhalte erfolgreich in das eigene Online-Marketing zu integrieren. Unternehmen können beispielsweise Beiträge ihrer Community teilen, Bewertungen auf ihrer Website einbinden oder Kund:innen aktiv dazu motivieren, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Wer kreativ bei der Akquise und Nutzung solcher Inhalte vorgeht, kann langfristig davon profitieren und die eigene Marketingstrategie nachhaltig stärken.
In diesem Video (auf Englisch) erfährst du außerdem, wie du deine Content-Strategie ausbaust:
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