Wenn du ein Online-Unternehmen gründest oder führst, kann die Motivation deiner Mitarbeiter:innen einen entscheidenden Einfluss auf deinen Erfolg haben. Dein wachsendes E-Commerce-Geschäft ist auf engagierte Mitarbeiter:innen angewiesen. Mit Hosting-Tagen, an denen deine Mitarbeiter:innen bezahlte Freistellungen für praktisches Lernen und Kompetenzentwicklung erhalten oder durch die Erstattung von Studiengebühren für Weiterbildungen in Führung und Change Management kannst du wesentlich dazu beitragen, dass deine Belegschaft motiviert und engagiert bleibt. Du kannst auch Initiativen an deinem virtuellen oder physischen Arbeitsplatz einführen, zum Beispiel entsprechende Arbeitsgruppen für Mitarbeitende, um sowohl die persönliche als auch die berufliche Zusammenarbeit und Gemeinschaft zu fördern.
In einem idealen Arbeitsumfeld erleben alle Mitarbeiter:innen ihre Arbeit so positiv wie du in deinen motiviertesten Momenten. Sie sind engagiert, arbeiten sorgfältig und empfinden persönlichen Stolz über erfolgreiche Ergebnisse. Leider ist ein solch energiegeladenes und motiviertes Arbeitsumfeld kaum dauerhaft realisierbar. Doch es ist durchaus möglich, verschiedene Strategien für die Mitarbeitermotivation zu nutzen, um Beschäftigte zu inspirieren und zu fördern, mit denen du zusammenarbeitest.
Warum motivieren wichtig ist
Motivierte Mitarbeiter:innen können das Engagement und die Produktivität steigern, Innovationen fördern und die Fluktuation reduzieren. All dies kann deine Kosten senken, den Umsatz steigern und den Fortschritt bei der Umsetzung deiner Unternehmensziele unterstützen. Mitarbeiter:innen motivieren führt zu folgenden wichtigen Vorteilen:
Höhere Kreativität
Eine gesteigerte Mitarbeitermotivation kann die Kreativität fördern und das Engagement der Beschäftigten stärken. Motivierte, engagierte Angestellte entwickeln eher innovative Ideen und setzen sich dafür ein, Herausforderungen mit kreativen Lösungen zu begegnen.
Gesteigerte Produktivität
Gallup hat festgestellt, dass motivierte Mitarbeiter:innen zufriedener und produktiver sind. Diese Eigenschaften führen zu effizienterem Arbeiten und besseren Leistungen, was den Umsatz steigert und gleichzeitig mitarbeiterbezogene Kosten senkt.
Höhere Mitarbeiterbindung
Motivation zu fördern kann dir dabei helfen, Top-Talente langfristig zu binden. Unternehmen mit engagierteren Beschäftigten hatten laut Gallup weniger Personalfluktuation.
Intrinsische vs. extrinsische Mitarbeitermotivation
Es gibt zwei wesentliche Arten der Mitarbeitermotivation:
Intrinsische Motivation
Intrinsische Motivation bedeutet, dass Mitarbeiter:innen Freude an einer Tätigkeit haben, ganz ohne eine Belohnung oder Anerkennung zu erwarten. Im Arbeitskontext zeigt sich das, wenn Mitarbeiter:innen stolz darauf sind, eine Fähigkeit zu verbessern, eine Aufgabe gut zu erledigen oder sich mit der Mission des Unternehmens verbunden zu fühlen.
Beispielsweise könnten Produktmanager:innen eine Idee für einen neuen Produktlaunch haben, sich persönlich für den Erfolg des Produkts engagieren und fest an ihre erarbeitete Lösung glauben. Diese intrinsische Motivation sorgt dafür, dass sie die Arbeit erledigen, die nötig ist, um das Produkt auf den Markt zu bringen.
Extrinsische Motivation
Extrinsische Motivation wird von externen Faktoren beeinflusst und kann finanzielle Anreize, Möglichkeiten der Karriereentwicklung, Geschenke oder andere Belohnungen umfassen. Der motivierende Faktor liegt weniger in der Aufgabenerledigung selbst als vielmehr in der Anerkennung oder den daraus resultierenden Konsequenzen.
Leistungsbasierte finanzielle Anreize sind ein Beispiel für eine extrinsische Motivationsstrategie. In diesem Fall motiviert die Aussicht auf eine Belohnung die Mitarbeiter:innen bei der Erledigung ihrer Aufgaben.
Mitarbeitermotivation: 6 Strategien
- Regelmäßiges Feedback und Anerkennung
- Mitarbeitererfolg mit Unternehmenserfolg verknüpfen
- Mitarbeiterziele priorisieren
- Autonomie gewähren
- Positive Annahmen
- Arbeitsbelastung managen
Die Priorisierung der Mitarbeitermotivation kann dir auf lange Sicht dabei helfen, ein glückliches, gesundes und produktives Team aufzubauen. Diese sechs Strategien können dich dabei unterstützen, die Motivation deiner Mitarbeiter:innen in deinem Unternehmen zu steigern:
1. Regelmäßiges Feedback und Anerkennung
Gezieltes, konstruktives Feedback zeigt deinen Mitarbeiter:innen, dass du in sie investierst und ihre Beiträge wertschätzt. Gleichzeitig ist es eine Form der Anerkennung, denn alle Systeme oder Praktiken, die Leistungen und Fähigkeiten der Beschäftigten würdigen, fallen darunter. Weitere Strategien, um Anerkennung sichtbar zu machen, umfassen Auszeichnungen, Geburtstags- oder Jubiläumsgeschenke oder die öffentliche Würdigung individueller Leistungen, wie regelmäßige Erwähnungen in z. B. Teammeetings.
Viele Unternehmen legen hohen Wert auf strukturiertes(oder konstruktives) Feedback, das Veränderungen einleitet. Dies kann Mitarbeiter:innen dabei helfen, Bereiche für zukünftiges Wachstum zu identifizieren und ist oft Teil der halbjährlichen oder jährlichen Beurteilung. Verstärkendes (oder positives) Feedback würdigt Mitarbeiterleistungen und ermutigt sie, ihr Leistungsniveau zu halten. Du solltest diese Art von Feedback sowohl in formellen Feedback-Sitzungen als auch informell (etwa bei ungezwungenen Pausengesprächen) geben.
Eine Umfrage aus 2024 ergab, dass 59 % der Mitarbeiter:innen regelmäßiges Feedback sehr wünschenswert finden. Erwäge daher, Feedback-Sitzungen in deine Projektzyklen zu integrieren und Einzelgespräche zu führen, wenn du dich mit deinen Mitarbeiter:innen triffst. Schon ein kleines Lob für geleistete Arbeit kann viel bewirken und dafür sorgen, dass sich deine Mitarbeiter:innen motiviert und wertgeschätzt fühlen.
2. Mitarbeitererfolg mit Unternehmenserfolg verknüpfen
Als Unternehmer:in ist es sinnvoll, deine Firmenziele und -vorgaben zu priorisieren. Schließlich gehört es zu deinen Hauptverantwortlichkeiten, die langfristige Nachhaltigkeit und den Erfolg deines Unternehmens sicherzustellen. Probleme können entstehen, wenn du vergisst, dass deine Mitarbeiter:innen diese Ziele nicht zwangsläufig teilen. Eine Möglichkeit, dass alle dasselbe Ziel vor Augen haben, besteht darin, Anreize und Belohnungen zu schaffen, die sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeiter:innen zum Erfolg führen.
Viele Unternehmen setzen auf Programme, die den Geschäftserfolg mit der Leistung der Mitarbeiter:innen verbinden. Dazu gehören zum Beispiel Gewinnbeteiligungen oder Bonusregelungen, bei denen Beschäftigte belohnt werden, wenn das Unternehmen bestimmte finanzielle oder operative Ziele erreicht.
3. Mitarbeiterziele priorisieren
Ein weiterer Weg, die Motivation zu steigern, ist die Erkennung der individuellen Ziele deiner Mitarbeiter:innen. Unterstütze jedes Teammitglied dabei, in dieser Richtung Fortschritte zu erzielen. Um die beruflichen Ziele deiner Mitarbeiter:innen zu erfahren, lohnt es sich, einfach nachzufragen. Du kannst bestehende Jahresgespräche nutzen oder zusätzliche Sitzungen einplanen, um über entsprechende Ziele zu sprechen. Bereite außerdem eine Liste möglicher Optionen vor, etwa das Erreichen eines bestimmten Gehalts, das Erlernen neuer Fähigkeiten oder den beruflichen Aufstieg innerhalb des Unternehmens.
Wenn deine Mitarbeiter:innen in den nächsten fünf Jahren ihre Verantwortlichkeiten erweitern und ihr Gehalt um 20 % steigern möchten, kannst du sie dabei gezielt unterstützen. Lege gemeinsam Leistungsziele fest, die zu den Unternehmenszielen passen und definiere Zwischenstationen, um den Fortschritt messbar zu machen. Skizziere die Schritte, die dafür notwendig sind, wie Trainings zur Kompetenzentwicklung oder Mentoring, und vereinbare regelmäßige Check-ins, um den Fortschritt zu besprechen.
Indem du die tägliche Arbeit mit langfristigen Karrierezielen verknüpfst, kannst du deinen Mitarbeiter:innen dabei helfen, engagiert zu bleiben und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie deinem Unternehmen langfristig erhalten bleiben.
4. Autonomie gewähren
Selbstverantwortung kann die intrinsische Motivation steigern. Hier sind einige Strategien, um deinen Mitarbeiter:innen so viel Autonomie wie möglich innerhalb ihrer Aufgabenbereiche zu bieten:
Klare Erwartungen setzen
Deutlich zu machen, was du von deinen Mitarbeiter:innen erwartest, kann sie dazu befähigen, eigene Entscheidungen zu treffen. Anstatt allgemein zu sagen, dass Mitarbeiter:innen flexible Arbeitszeiten haben, aber schnell auf Kunden-E-Mails antworten sollen, formuliere es konkreter: Sie können flexibel arbeiten, müssen jedoch alle E-Mails, die vor 14 Uhr eingehen, noch am selben Geschäftstag beantworten. Während die erste Option deine Mitarbeiter:innen im Unklaren darüber lässt, was akzeptabel ist, klärt die zweite die Erwartungen und bietet Angestellten die Freiheit, Work-Life-Entscheidungen eigenständig zu treffen.
Mitarbeiter:innen in die Entscheidungsfindung einbeziehen
Motiviere dein Team, sodass sie ihre Meinungen und Ideenbeiträge zu wichtigen Geschäftsentscheidungen kommunizieren. Damit diese Strategie nicht nach hinten losgeht, erkläre vorher klar, wie die endgültige Entscheidung getroffen wird. Gib an, ob du eine Abstimmung planst oder die Meinungen der Mitarbeiter:innen nur sammelst, um sie in deine Entscheidung einfließen zu lassen. Wenn es Zeit ist, deine Entscheidung mitzuteilen, erkläre offen den Ablauf und die Faktoren, die zu der endgültigen Entscheidung geführt haben.
Feedback einholen
Feedback von deinen Mitarbeiter:innen einzuholen wirkt stärkend. Es gibt ihnen die Möglichkeit, Verantwortung für ihre Arbeitsbedingungen und ihre Zusammenarbeit im Team zu übernehmen. Es kann dir zudem neue Ideen und wertvolle Daten liefern, die du für Geschäftsentscheidungen nutzen kannst.
5. Positive Annahmen
In jedem Unternehmen treten Herausforderungen auf, sei es ein:e Mitarbeiter:in, der oder die eine Deadline verpasst, oder ein Projektteam, das eine Marketingstrategie nicht erfolgreich umsetzt. Solche Rückschläge im Arbeitsumfeld können negative Auswirkungen in Bezug auf den Fortschritt, deine Unternehmensziele erfolgreich umzusetzen, haben. Ihre Gesamtauswirkung auf die Unternehmenskultur hängt von deinem internen Management ab.
Wenn ein Teammitglied einmal weniger gute Leistungen zeigt, gehe davon aus, dass er oder sie sein Bestes gibt. Auch wenn das auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, hilft dir dieser Ansatz, von Anfang an Vertrauen zu zeigen, während du die Situation genauer überprüfst. Positive Annahmen zu haben, während du Fakten über die Situation sammelst, kann dabei helfen, die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung zu stärken und die Mitarbeitermotivation zu erhöhen.
Wenn sich das Problem als externer Faktor herausstellt, z. B. bei einem privaten Notfall, kannst du Unterstützung durch Angebote zur Mitarbeitergesundheit oder eine persönliche Auszeit anbieten. Zeigt sich hingegen, dass die Ursache im Arbeitsumfeld oder in fehlender Motivation liegt, kannst du die gestärkte Beziehung nutzen, um gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten.
6. Arbeitsbelastung managen
Zeitdruck, Leistungsdruck und hohe Arbeitsanforderungen gehören zu den wichtigsten Faktoren, die zu Mitarbeiter-Burnout führen. Daher kann das Management von Arbeitsbelastungen und die Aufrechterhaltung angemessener Mitarbeitererwartungen dabei helfen, dass Beschäftigte weniger Stress und Erschöpfung am Arbeitsplatz erfahren.
Wenn du ein Remote-Team leitest, kannst du das individuelle Arbeitsvolumen durch Zeitmanagement-Tools und Software verfolgen, wie Zeitmanagement-Apps, oder indem du dein Team bittest, wöchentliche oder monatliche Check-ins in Bezug auf die Arbeitsbelastung abzuhalten. Du kannst diese Informationen nutzen, um Projekte entsprechend der schwankenden Verantwortlichkeiten einzelner Mitarbeiter:innen neu zu verteilen und dabei die verfügbaren Kapazitäten im Blick behalten. Wenn Mitarbeiter:innen anhaltende Bedenken äußern, könnte es Zeit sein, zusätzliches Personal einzustellen oder Auftragnehmer:innen zu engagieren.
Flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance-Programme sind ebenfalls wirkungsvolle Initiativen, die das Wohlbefinden steigern und Burnout verhindern oder lindern können. Wenn du beispielsweise Teambuilding-Aktivitäten wie eine Rafting-Tour mit deinem Team oder ein Teamessen anbietest, kann dies die Arbeitsbelastung mildern. Wenn du zusätzlich bezahlte Zeit für diese Aktivitäten einräumst, zeigst du Wertschätzung für die Leistungen deiner Mitarbeiter:innen, stärkst die Moral und förderst eine gesunde Teamkultur.
Mitarbeiter motivieren – Häufig gestellte Fragen
Wie motivierst du unmotivierte Mitarbeiter:innen?
Hier sind einige Ideen zur Mitarbeitermotivation:
- Regelmäßig Feedback geben
- In berufliche Entwicklung investieren
- Mitarbeiter- und Unternehmensziele aufeinander abstimmen
- Autonomie gewähren
- Dankbarkeit ausdrücken
- Work-Life-Balance priorisieren
Was führt dazu, dass Mitarbeiter:innen unmotiviert sind?
Hier sind einige häufige Ursachen für eine geringe Mitarbeitermotivation:
- Hoher Arbeitsstress
- Unüberschaubare Arbeitsbelastungen
- Mitarbeiter:innen fühlen sich nicht wertgeschätzt
- Unzureichendes Feedback oder Unterstützung
Was sollte bei der Mitarbeitermotivation vermieden werden?
Finde Alternativen zu den folgenden Strategien:
- Mitarbeiter:innen miteinander vergleichen
- Negative Verstärkungen wie Kündigung aussprechen oder androhen
- Unaufrichtiges Lob geben
- Vages Feedback geben





